Die Europäische Kommission hat mit der Veröffentlichung des Durchführungsbeschlusses (EU) 2026/1736 im Amtsblatt der Europäischen Union das technische Fundament für den Digitalen Produktpass (DPP) finalisiert. Der Beschluss vom 14. Juli 2026, der am 15. Juli 2026 in Kraft getreten ist, legt offiziell die Fundstellen der harmonisierten Normen für den DPP fest. Damit schafft die EU-Kommission verbindliche Standards und Rechtssicherheit für betroffene Branchen in der gesamten Europäischen Union.
Konformitätsvermutung bringt unmittelbare Planungssicherheit
Der Beschluss basiert auf Artikel 41 Absatz 2 der europäischen Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte (ESPR – Verordnung (EU) 2024/1781). Für Unternehmen hat die Veröffentlichung eine hohe praktische Relevanz: Wer seine Systeme und Datenarchitekturen konsequent an den gelisteten harmonisierten Normen ausrichtet, profitiert von der rechtlichen „Konformitätsvermutung“. Das bedeutet, dass behördlich davon ausgegangen wird, dass die gesetzlichen Vorgaben der ESPR an den Digitalen Produktpass erfüllt sind.
Auto-ID-Technologien als Bindeglied
Um den Zugriff auf den Produktpass zu gewährleisten, setzen die europäischen Richtlinien auf das Zusammenspiel von dezentralen Datensystemen und physischen Datenträgern am Produkt. Als bewährte Brücke zwischen dem Physischen und dem Digitalen dienen etablierte Auto-ID-Lösungen wie RFID- und NFC-Transponder sowie zweidimensionale Codes (darunter der QR-Code und der GS1 DataMatrix). Diese ermöglichen eine verlässliche und automatisierte Erfassung der Produktdaten entlang des gesamten Lebenszyklus.
Schrittweise Einführung für betroffene Branchen
Die Implementierung des Digitalen Produktpasses erfolgt priorisiert nach Produktgruppen. Während Batterien im Rahmen der spezifischen EU-Batterieverordnung die Pionierrolle einnehmen, stehen im nächsten Schritt produktgruppenbezogene Verordnungen unter der ESPR für Bereiche wie Textilien, Elektronik und weitere Industriegüter an. Experten raten Unternehmen aus Fertigung, IT und Lieferkettenmanagement, ihre Prozesse frühzeitig anzupassen.
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