Deutscher Automobilhersteller digitalisiert Vorserienprozess

Lokalisierungstechnologien im Einsatz

Vorserienfahrzeuge laufen abseits der bekannten Produktionslinien und parallel zu den über Jahren automatisierten Prozessabläufen. Viele neue Komponenten, viele neue Varianten erfordern andere Prozessschritte, spezialisierte Arbeitsplätze, wie auch hoch flexible Werker.

Theoretische Planungen werden in realisierbare Abläufe und Prüfschritte umgesetzt, Montagemethoden sowie Qualitätsvorgaben werden überprüft und gegebenenfalls neu definiert, und das alles bisher mit einer manuellen Planung. Es existieren viele spezielle Arbeitsplätze, die alle auf spezielle Tätigkeiten ausgelegt sind. Fahrzeuge müssen im Regelfall diese Arbeitsplätze in einer Sequenz durchlaufen. Auch müssen zeitgleich mit den Fahrzeugen die zugehörigen Kommissionierwagen mit den spezifisch für das Fahrzeug vorbereiteten Bauteilen bereitstehen.

Seit 2020 ist nun das neue Kathrein K-RTLS-Lokalisierungssystem produktiv im Einsatz. Damit können bestehende Prozessabläufe genau analysiert, visualisiert und optimiert werden. Eine höhere Termintreue sowie die Reduzierung von Warteschleifen gehen einher mit der gesteigerten Effizienz des Sonderprozesses. Alle Fahrzeuge der Vorserie sind seit 2020 mit Kathrein UWB-Transponder ausgestattet. UWB (Ultra Wide Band) ist keine neue Technik, jedoch hat Kathrein erstmals verschiedene Technologien in einem Transponder kombiniert. Neben UWB RTLS sind auch passive RAIN RFID UHF- und NFC RFID-Transponderchips integriert, die auch erstmalig miteinander logisch verbunden sind. Der Transponder ist somit über unterschiedliche Technologien ansprechbar. Abgerundet wird das Ganze mit einer 256-Farben-LED für optische Rückmeldungen zum Anwender.

Kommt eine bereits teilweise aufgebaute Karosse in die Vorserie, die bereits mit einem Passiv-UHF-Label ausgestattet ist, wird diese ID automatisiert mit dem UWB-Transponder "verheiratet" und das Fahrzeug wird danach auf 3 Ebenen des Vorseriengebäudes positionsgenau lokalisiert. Neben den Fahrzeugen sind auch die Kommissionierwagen mit identischem Transponder ausgestattet. So melden Fahrzeuge wie auch Teilewagen automatisch in Echtzeit ihre Position, sobald diese bewegt werden, und ein intelligent integrierter Bewegungssensor im Transponder ermöglicht nur Positionsänderungen zu übertragen, die prozessrelevant sind. Alle diese wichtigen Informationen laufen in der Kathrein CrossTalk IoT-Softwareplattform zusammen.

Die gruppenweit und als Standard eingesetzte IoT-Softwareplattform CrossTalk sichert mit dem Device Management den Produktivbettrieb und ist für die Visualisierung der Prozessabläufe zuständig. CrossTalk meldet nicht nur relevante Prozessschritte in das Backend-System, es überwacht auch Prozessabläufe und kann alarmieren bevor Zeitvorgaben überschritten werden oder auch signalisieren, wenn freie Kapazitäten zur Verfügung stehen.

KATHREIN Solutions GmbH
www.kathrein-solutions.com

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